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04.06.10
Mutter wird amtlich durch "das Elter" ersetzt

In Bern wird jetzt mit der Abschaffung der Diskriminierung ernst gemacht
Laut neuem Leitfaden für die amtlich verbindliche Sprache in der Schweiz scheint die Verwendung der Begriffe Vater und Mutter unter die Rubrik diskriminierender Begriffe zu fallen. Kinder könnten demnach künftig in der Amtsprache keinen Vater oder Mutter, sondern nur noch ein Neutrum als Ursprung, genannt "das Elter" haben. Das berichtet die Zeitung BLICK.

Statt Vater oder Mutter sollte man besser «der Elternteil» oder «das Elter» schreiben. «Der Leitfaden ist für amtliche Publikationen verbindlich», sagt Isabel Kamber, stellvertretende Leiterin Zentrale Sprachdienste, Sektion Deutsch, der Bundeskanzlei der Schweiz, wie die schweizerische Zeitung BLICK berichtet.

Damit folgen die politisch Verantwortlichen in Bern den Vorschlägen in der Beschlußvorlage 12267 im Ausschuß für Chancengleichheit von Frauen und Männern des Europarates, der gegen die Verwendung von Begriffen wie des Mutterbegriffs in den Nationen kämpfen soll, um Gender-Gleichheit herzustellen.

Eine derartige sprachliche Deformation würde auch den Erwerb der Elternschaft durch homosexuelle Paare erleichtern. Ein Kind, dessen soziale Eltern zwei lesbische Frauen sind, hätte dann eben nicht mehr eine Mutter und eine Stiefmutter, sondern zwei Elter: Elter 1 und Elter 2. Folgerichtig wäre es, auch die Großmutter, Großvater, usw. abzuschaffen. Großelter 1 und Großelter 2 müsste es dann heißen oder - noch besser - Großelter 1.1 und 1.2 sowie Großelter 2.1 und 2.2. Dies wäre auch eine digitalisierungsfreundliche Lösung, die sich überdies an Patchworkverhältnisse flexibel anpassen ließe.

Ein Lama darf das!_____________



Man stelle sich mal vor, wir würden in Marburg einen prominenten Referenten zur öffentlichen Proklamation des christlichen Glaubens einladen. Wir würden das Stadion mit  5.000 Menschen füllen, pro Kopf 50 € Eintritt verlangen, Devotionalien und Merchandising jeder Art feilbieten. Der Starredner würde sich mit „Gottkönig“ anreden lassen und in einer Luxuslimousine vorfahren. Die Medien würden zu Recht Sturm laufen. Volker Beck würde den Bundestag mit Anfragen befassen und Roland Koch und der Marburger Oberbürgermeister würden gezwungen, sich von dieser Veranstaltung zu distanzieren. Die Uni Marburg würde öffentlich aufgefordert werden, keine Räume für dieses pseudo-wissenschaftliche Spektakel bereit zu stellen.

Kürzlich hat der Dalai Lama in der Commerzbank-Arena in Frankfurt gesprochen. Ein total kommerzialisierter Auftritt mit Eintrittspreisen bis zu 200 €.  Keine Anfrage der Medien zur Rolle der Frau im Buddhismus, keine Anfrage zur Rolle von Schwulen und Lesben. Der Dalai Lama hält Homosexualität für ein Fehlverhalten, das ein falsches Karma nach sich ziehen würde. Im Januar 2001 antwortete der Dalai Lama in einem Interview mit der französischen Zeitung "Dimanche" auf die Frage, was er über Homosexualität denke: "It's part of what we Buddhists call <bad sexual conduct>. Sexual organs were created for reproduction between the male element and the female element -- and everything that deviates from that is not acceptable from a Buddhist point of view."

Am Montag dieser Woche hat die Marburger Philipps-Universität dem „Gottkönig“ die Ehrendoktor-würde verliehen. Demos gegen Vermischung von Religion und Wissenschaft, Sitzblockade an der Auffahrt zum Schloss? Fehlanzeige. Schmierereien an Häusern von Lama-Sympathisanten? Gott sei Dank nein! Rückfragen zur wissenschaftlichen Begründung der Ehrendoktorwürde sind kaum laut geworden. Das sonst schnell aufgebrachte, wissenschaftlich aufgeklärte und politisch korrekte Marburg bleibt verdächtig stumm. Keiner will die religiösen Gefühle des Gastes und seiner Jüngerinnen und Jünger verletzten. Gut so! Aber die religiösen Gefühle der Christen in Marburg durften im Zusammenhang mit dem evangelikalen APS-Kongress mit Füßen getreten werden. Kongressreferenten und Teilnehmer wurden massiv unter Druck gesetzt.  Der liebenswürdige Mann mit dem nackten Arm hingegen wird gefeiert. Er lächelt.

Ich kritisiere nicht Herrn Lama, auch nicht seine Religion! Seine Verdienste für Tibet und den Frieden sind unbestritten! Ich frage nur, warum die Parteien und Gruppierungen vom Aktionsbündnis gegen den APS-Kongress jetzt alle das Maul halten? Zur Frage, warum der APS-Kongress so scharf angegriffen wurde, schreibt Hansjörg Hemminger (Weltanschauungsbeauftragter der Ev. Kirche in Württemberg) in der neuen Ausgabe des "EZW-Materialdienstes" 8/2009, S. 283f.: "Die linken Flügel der Grünen und der SPD sowie die Linkspartei sind seit einiger Zeit dabei, die evangelikale Bewegung zum Feindbild aufzubauen. Dahinter steckt ein simples Machtkalkül: Der Kampf gegen die Religion, der vor 2001 in der alten Bundesrepublik kaum von politischer Bedeutung war, ist inzwischen Anliegen eines Klientels, um das Grüne und SPD mit der Linkspartei konkurrieren."

Ein bemerkenswertes Zeitzeichen! Bleiben wir wachsam!

Jürgen Mette, Marburg, 04.08.2009, jmette@marburger-medien.de

Eine Stellungnahme für das Institut für Ethik und Werte, Gießen

Prof. Dr. phil. Dr. theol. Thomas Schirrmacher

* Die Originalstellungnahme findet sich hier oder zum Download hier.
* Die deutsche Übersetzung der Manhattan Erklärung des Instituts für Ethik und Werte findet sie hier oder zum Download hier.

Der sogenannte Kulturkampf war eine Auseinandersetzung zwischen der römisch-katholischen Kirche unter Papst Pius IX. und dem Königreich Preußen beziehungsweise dem kaiserlichen Deutschen Reich unter Reichskanzler Otto von Bismarck zwischen 1871 und 1887. Mit Hilfe des Gesetzes sollte der öffentliche Einfluss der Kirche zurückgedrängt werden. Gemeint war die katholische Kirche, die Gesetzgebung traf jedoch alle Kirchen, ja trifft teilweise alle Religionen in Deutschland bis heute, insofern damalige Bestimmungen heute noch greifen.

Am Anfang stand 1871 der berühmte „Kanzelparagraph“, der Pfarrer für politische oder vermeintlich politische Aussagen haftbar machte. Es folgte 1875 die Zivilehe – eine Eheschließung vor religiösen Würdenträgern war fortan streng verboten (außer als Nachfeier). 1875 folgte das „Brotkorbgesetz“, durch das man den Kirchen systematisch indirekte finanzielle Unterstützungen entzog. Schließlich wurden alle kirchlichen Schulen einer rigorosen staatlichen Schulaufsicht unterstellt. Auch in vielen anderen Fragen sollten die Kirchen gezwungen werden, nach den Spielregeln des Staates zu spielen.

Viele der Bestimmungen galten lange oder gelten heute noch. Der Kanzelparagraph wurde erst 1953 aufgehoben. Erst seit 2009 muss einer kirchlichen Ehe keine standesamtliche mehr vorangehen. Dass die religiöse Trauung rechtlich im Gegensatz zu fast allen anderen westlichen Ländern in Deutschland nicht existiert, hat sich bis heute aber nicht geändert.

Bischöfe wanderten ins Gefängnis, der Staat beobachte erstaunt, wie eine schlafende Masse von unpolitischen Christen plötzlich aus Solidarität den Aufstand probte. Nachdem viel unnötiges Porzellan zerschlagen war, gab der Staat schließlich auf. Er hielt sowieso nur bis 1918.

Den christlichen Kirchen wurde im Kulturkampf zwar schwer geschadet. Zugleich aber erlebten sie über weite Strecken auch eine Neubelebung – und am Ende gab der Staat klein bei. Man traf dabei wesentlich stärker die Kirchen, die man gar nicht meinte, vor allem die evangelischen, während das eigentliche Ziel, die internationale Verflechtung der Kirchen zu brechen, völlig scheiterte. Das Klima wurde auf Jahrzehnte vergiftet. Loyale Staatsbürger wurden gezwungen, sich zwischen ihrem Glauben und dem Staat zu entscheiden, ohne dass irgendjemand davon wirklich einen Nutzen hatte.

Ähnliche Kulturkämpfe hat es immer wieder gegeben. Der Nationalsozialismus hatte nichts gegen Kirchen, wenn sie sich stromlinienförmig der Partei anpassten und Soldaten zu guten Soldaten machten. Die DDR wollte sozialistische und kontrollierbare Kirchen. Praktisch alle westlichen Länder haben von Zeit zu Zeit ähnliche Phasen durchgemacht. In den USA findet der Kulturkampf schleichend seit fast 30 Jahren statt, was schließlich zur Manhattan-Erklärung geführt hat.

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen damals und heute. Die politische Macht der katholischen Kirche war damals wesentlich größer. Zudem leben wir heute im Westen in bewährten Demokratien.

Um so erstaunlicher ist es, wie viele Kräfte es heute gibt, die in den friedlichen westlichen Gesellschaften gegenüber den friedlichen Kirchen von heute eine Neuauflage „Kulturkampf 2.0“ anstreben und organisieren. Großbritannien ist darin ein Vorreiter. Dort zahlen bereits Bischöfe der Kirche von England – ironischerweise dort immer noch zumindest offiziell die Staatsreligion – horrende Strafen für Predigten zum Thema Sexualität und müssen zwangsweise Antidiskriminierungsseminare besuchen. Alle katholischen Adoptionsstellen wurden geschlossen, weil man gezwungen wurde, auch an gleichgeschlechtliche Paare Kinder zu vermitteln, und immer öfter werden Christen aus dem Staatsdienst entlassen, etwa weil sie ein Kreuz tragen.

Abtreibung, Bioethik, Sexualität, Ehe, Familie, Gender Mainstream – die Liste der Themen wird immer länger, bei denen man die Kirchen zwingen will, so zu denken und handeln, wie die „veröffentlichte“ Meinung (denn die „öffentliche“ Meinung der Bevölkerungsmehrheit hat man dabei nicht immer auf seiner Seite und interessiert sich nicht unbedingt dafür).

Christen sollen nichts mehr für falsch halten dürfen, was andere tun. Sie sollen ihre Ethik ad acta legen, nicht etwa zugunsten keiner Ethik oder einer freien Ethik nach Gutdünken, sondern zugunsten der Ethik derer, die den Kulturkampf führen. Die Kirchen sollen entweder in ihrer Mitte die Ethik anderer praktizieren, oder andernfalls völlig aus dem öffentlichen Leben verdrängt werden.

Deutlich wird das etwa bei der religiösen Kindererziehung. Die Stadt Berlin macht vor, dass es nicht darum geht, den Religionsunterricht abzuschaffen, sondern alle Kinder zwangsweise in den staatlichen Weltanschauungsunterricht namens ‚Ethik’ zu schicken. Im schulischen Leben spielt das vom Grundgesetz und den internationalen Menschenrechtserklärungen garantierte Recht der Eltern, ihre Kinder im Sinne ihrer Religion erziehen zu dürfen, längst keine Rolle mehr. Und der Trend, dass auch Christen wie jedermann gefälligst ihre Kinder in staatlichen oder staatlich finanzierten Krippen abzugeben haben und schnell jeder, der seine Kinder zu Hause betreut, der Asozialität verdächtigt wird, ist ungebrochen.

Sicher, Geschichte wiederholt sich nicht, aber dennoch kann man seine Lehren aus ihr ziehen. Die Parallelen sind verblüffend: Das Mittel der Christenverfolgung und der Religionsbedrückung war damals wie heute in der westlichen Welt das Recht und die Gesetzgebung. Mit immer neuen Stellschrauben des Gesetzes wollte und will der Staat Christen zu etwas zwingen, ohne zu offener Gewalt greifen zu müssen. Gewalt war es allemal, aber weil es staatliche Gewalt war, schien sie legitimiert.

Die Auseinandersetzung ist in Deutschland, in Europa, ja in der ganzen westlichen Welt so überflüssig wie ein Kropf. Es sind nicht die Kirchen in Deutschland oder Europa, die an sozialem Unfrieden schuld sind oder von denen Diskriminierung und Gewalt gegen andere ausgehen.

Die Europäische Union hat gewaltige Aufgaben vor sich. Doch statt Arbeitslosigkeit und Rassismus zu bekämpfen, grast sie die Gesetzgebung ab, wo Kirchen als Religionsgemeinschaft vermeintliche Sonderrechte haben. Religionsfreiheit, nein danke? Kirchliches Selbstbestimmungsrecht nach § 140 des deutschen Grundgesetzes, aber wieso denn? Jede Kirche soll gefälligst wie jede Firma dem unmittelbaren Zugriff des Staates unterliegen. Gewissensnöte Gläubiger? Die werden schon einknicken, wenn der Druck nur stark genug ist.

Die EU, genauer bestimmte politische Kräfte in der EU, wollen die christlichen Kirchen in die Knie zwingen. Nicht etwa den in einigen Teilen mit klarem politischen Machtanspruch auftretenden Islam, nicht die islamistische Minderheit, die unverhohlen Gewalt einsetzt, denen man vielmehr erstaunlich sanftmütig entgegentritt und deren Kritiker man mit millionenschweren Aktionen gegen Islamophobie das Leben schwer macht. Nein, den christlichen Kirchen, die in den Ländern der EU ganz wesentlich den Staat mittragen, die Demokratie stützen, die Zivilgesellschaften bereichern. Den Kirchen, die den Gedanken eines friedlichen Europas und seine Begründer mit hervorgebracht haben – man denke nur an europäischen Urvater Robert Schumann.

Es spielt überhaupt keine Rolle, um welche Themen es im Einzelnen geht. Manch ein Christ, manch eine Kirche, wird sich bei manchem Thema lieber wegducken wollen. Manches Thema wird ihnen lästig sein, bei manchen Themen verstehen sie nicht, warum es anderen Christen so wichtig ist. Aber sie alle werden der Grundsatzfrage auf Dauer nicht aus dem Weg gehen können. Die eine oder andere Kirche, der eine oder andere Theologe mögen länger in der Öffentlichkeit als nicht so eng gelten – am Ende wird es alle treffen.

Ich schreibe das ganz unaufgeregt und undramatisch. Die christlichen Kirchen haben die Feindschaft und den Untergang Roms überlebt, wie den Nationalsozialismus, den Stalinismus und den Maoismus und viele weniger brutale Herausforderungen. Die meisten Christen dieser Welt wünschten sich, sie hätten die Freiheiten, die Christen im Westen haben. Die Welt verändert sich ständig, und damit kommen auch für die Kirchen immer neue unvermutete Herausforderungen. Und der Ausbreitung der Botschaft vom Frieden mit Gott durch Jesus Christus weltweit hat aufs ganze gesehen der Druck von außen nicht geschadet – im Gegenteil, die Kirchen wachsen derzeit unter Druck weltweit am stärksten.

Das ändert aber nichts daran, dass die neue Kraftprobe real ist. Gesellschaftliche Kräfte im Westen missbrauchen den Staat, um die Kirchen in die Knie zu zwingen und ethisch stromlinienförmig an ihre Weltanschauung anzupassen. Der Staat wird zur Beute der Weltanschauung der einen, die dann ihre vermeintlichen Gegner unterdrücken.

Das wird dem Staat viele Triumphe bescheren, zumal die Kirchen völlig friedlich reagieren. Der Gesellschaft aber wird es schwer schaden, gute Bürger in unnötige Zwangslagen bringen, die Demokratie aus dem Takt bringen, da Menschen mundtot gemacht werden sollen. Am Ende wird es aber den christlichen Glauben nur gestärkt haben, die Zustimmung zu ‚denen da oben’ aber abnehmen lassen.

Und auch die Familie, die dabei allzu oft im selben Zusammenhang für tot erklärt und als unmodern hingestellt wird, wird beweisen, dass sie nicht zufällig als Institution seit Jahrtausenden existiert – und nicht zufällig damit viel länger, als die Staaten, in denen wir leben.

Der Staat erzwingt zunehmend den Widerstand von Christen gegen einen Staat, den sie eigentlich befürworten, ja oft lieben. Doch wenn sie denn völlig unnötig vor die Wahl gestellt werden, werden sie zunehmend und immer geschlossener mit Petrus und Johannes sagen: „Man muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen.“ Man muss und will als Christ Menschen oft gehorchen. Der Staat ist für ein friedliches Zusammenleben gottgewollt. Aber man muss Gott mehr gehorchen, wenn der Staat einen vor die Wahl stellt. Petrus und Johannes sollten durch Gefängnishaft daran gehindert werden, öffentlich über Jesus zu sprechen. Die Machthaber, die das beschlossen, sind schon lange vergessen. Die Botschaft von Jesus wird dagegen so oft verkündigt, wie noch nie zuvor, oft unter dem erfreulichen Schutz der Religionsfreiheit, noch öfter trotz staatlichem Verbots oder gesellschaftlicher Bedrohung.

Das ganze kann böse enden. Damit meine ich nicht, dass zu befürchten steht, dass Christen gewalttätig werden. Die Kirchen haben viel Übung im gewaltlosen Widerstand – gegen Kindesaussetzung zur Zeit der Römer, gegen Sklaverei im 18. Jahrhundert, gegen Apartheid in Südafrika, gegen die Auflösung der Familie und die Unterdrückung religiöser Kindererziehung in der Sowjetunion. Aber es wird ein Klima geschaffen, in dem zum einen gegen Christen zunehmend medial und justizial gehetzt wird und in dem starke Kräfte von den wirklichen Problemen unserer Gesellschaften abgezogen werden. Der Staat Bismarcks überlebte bis 1918. Die Überlebenschancen unserer Staaten und Demokratien ist mit den Kirchen sicher viel größer als gegen die Kirchen.

Mein Appell geht an die Politiker: Beteiligt euch nicht an dem aufkommenden Kulturkampf 2.0! Wendet euch den wirklichen Problemen zu!

Mein Appell geht an die Richter: Bremst den ausufernden Kulturkampf 2.0 im Rahmen eurer rechtlichen Möglichkeiten durch Augenmaß und friedliche Lösungen.

Mein Appell geht an die Medien: Beteiligt euch nicht an Hetze, die sozialen Unfrieden heraufbeschwört, sondern berichtet versöhnlich, demokratisch und fair über religiöse Fragen und über Minderheiten aller Art. Und lasst die Betroffenen selbst zu Wort kommen, statt sie zu ächten.

Mein Appell geht an die Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften: Setzt euch nüchtern mit den kommenden Entwicklungen auseinander und erhebt eure Stimme. Lasst euch nicht auseinander dividieren, weil ihr in der einen oder anderen ethischen Fragen unterschiedliche Akzente setzt, sondern seht das Gesamtbild. Wer heute schweigt, wird morgen selbst Zielscheibe sein. Mit den Worten von Ulrich Parzany sage ich: „Steht auf, wenn ihr Christen seid!“

Mein Appell an alle ist: Einer friedlichen und demokratischen Gesellschaft zuliebe bitten wir euch, den aufkommenden Kulturkampf 2.0 zu beenden und nicht ständig an rechtlichen Stellschrauben zu drehen, die den Spielraum der Kirchen einengen sollen.

Das westliche Christentum hat sich sowieso in weiten Teilen der westlichen Kultur bis kurz vor die Selbstaufgabe angepasst. Jetzt ist ein Punkt erreicht, wo dies nicht weiter möglich ist, ohne den christlichen Glauben selbst aufzugeben. Wer es trotzdem erzwingen will, tut der Christenheit vielleicht sogar einen Dienst, weil sie sich ganz neu fragen muss, was ihr Glaube an Gott eigentlich im Alltag bedeutet und wie viel er ihnen eigentlich wert ist.

Wie endet die Manhattanerklärung so treffend: „Wir werden ganz und ohne Widerwille dem Kaiser geben, was des Kaisers ist. Doch unter keinen Umständen werden wir dem Kaiser geben, was Gottes ist.“

Das ist keine Drohung – das steht uns Christen nicht an. Es ist einfach eine Feststellung. Und dass wir sie ernst meinen, haben wir in der Geschichte zu Genüge bewiesen.

DIE FAMILIE DER DÄMONISCHEN SCHLANGEN

Acht Fragen an den XIV. Dalai Lama zum Kalachakra-Tantra

Seit mehr als 25 Jahren führt der XIV. Dalai Lama die höchste tantrische Einweihung des tibetischen Buddhismus, vor vielen Tausenden
von Teilnehmern auf der ganzen Welt durch. Es ist ein Heiliger Text („Tantra“), das sogenannte Kalachakra-Tantra und der darin enthaltene
Shambhala-Mythos, die der Performance zugrunde liegen.

„Kalachakra“ (Sanskrit) bedeutet „Rad der Zeit“. Das Kalachakra-Tantra wurde in der letzten Zeit häufig kritisch hinterfragt. In einer Dialoggesellschaft liegt
es nahe, dass sich der XIV. Dalai Lama diesen kritischen Fragen persönlich stellt und sie beantwortet, sei es, um Verzerrungen oder Fehlinterpretationen zu berichtigen, sei es, um sich
offen zu den problematischen Inhalten des Kalachakra-Tantras zu bekennen oder sich von diesen öffentlich zu distanzieren. Deshalb haben wir acht Fragen an den tibetischen
Friedensnobelpreisträger kurz zusammengefasst und anschließend erläutert:

1. Dalai Lama, weshalb prophezeit und verherrlicht das von Ihnen als „Ritual für den Weltenfrieden“ angekündigte Kalachakra-Tantra und der darin enthaltene Shambhala-Mythos einen „Heiligen Krieg“ (Shambhala-Krieg) von Buddhisten (buddhistischen „Gotteskriegern“) gegen Nicht-Buddhisten?

Dalai Lama, Sie werden weltweit als der größte "Friedensbotschafter" verehrt, der sich in vielen öffentlichen Erklärungen gegen jegliche Anwendung von Gewalt ausgesprochen hat und das Kalachakra-Tantra wird von Ihnen als ein "Beitrag zum Weltenfrieden" präsentiert. Aber das Kalachakra-Tantra ist alles andere als pazifistisch, sondern es prophezeit und fördert ideologisch einen blutigen Religionskrieg zwischen Buddhisten und Nicht-Buddhisten um die Weltherrschaft (Shambhala-Mythos). Der Originaltext bezeichnet die buddhistische Kriegsführung als "gnadenlos" und "grausam". Dort heißt es: "Die äußerst wilden Krieger werden die barbarische Horde niederwerfen" und "eliminieren." (Shri Kalachakra I. 163/165) In mehreren Strophen beschreibt der Text die mörderischen Superwaffen, welche die buddhistische Armee gegen die "Feinde der Lehre" einsetzt. (Shri Kalachakra I. 128 – 142) Der historische Buddha hat den Krieg in jeglicher Form abgelehnt. Es gab für ihn keinen "Gerechten Krieg" und schon gar keinen "Heiligen Krieg". Aber gerade weil der Buddhismus als eine strikte Absage an jegliche Gewalt empfunden wird, findet er im Westen eine so große Anerkennung. Wie vertragen sich die inhumanen und kriegerischen Textstellen des Kalachakra-Tantra mit der Friedensvision des Urbuddhismus und Ihren eigenen Friedensbeteuerungen? Wieso werden im Lamaismus zahlreiche Kriegsgötter und Kriegshelden (Begtse, Mahakala, Gesar von Ling u. a.) verehrt? Bei sehr erfolgreichen tibetischen und westlichen Vertretern des Lamaismus wie Lama Chögyam Trungpa und Lama Ole Nydahl finden sich Leitideen für buddhistische „Gotteskrieger“ („Shambhala-Krieger“), die auf einem krassen Feindbilddenken aufbauen und einen Militär-Buddhismus predigen. Was tun Sie, Dalai Lama, gegen eine solche Entwicklung in den eigenen Reihen? Wieso kann der von Ihnen designierte Kalachakra-Interpret Alexander Berzin offen die Prinzipien des islamischen Djihads mit denjenigen des Shambhala-Krieges vergleichen?

2. Dalai Lama, weshalb werden in dem von Ihnen als „Beitrag zur Weltökumene und zum Weltethos“ angekündigten Kalachakra-Tantra die drei monotheistisch-semitischen Religionen, insbesondere aber der Islam, als „Feinde der Lehre“ angegriffen und ein Religionskrieg gegen den Islam beschworen?

Dalai Lama, Toleranz gegenüber anderen Religionen ist eine Ihrer Grundforderungen, die Sie zur berühmtesten Symbolfigur des interreligiösen Dialoges gemacht hat. Jedoch widerspricht das von Ihnen öffentlich als "Beitrag zur Ökumene" vorgestellte Kalachakra-Tantra-Ritual in zahlreichen Textpassagen krass dem Toleranzgedanken. Darin werden die Hauptvertreter der semitisch-monotheistischen Religionen „Adam, Henoch, Abraham, Moses, Jesus, Mani, Mohammed und der Mahdi“ als die „Familie der dämonischen Schlangen" bezeichnet, die mit "Tamas", das heißt mit Eigenschaften der Finsternis, der Täuschung und der Unwissenheit ausgestattet sind. (Shri Kalachakra I. 154) Ein eschatologischer Religionskrieg gegen das "barbarische Dharma", insbesondere gegen den Islam, soll nach der Shambhala-Prophezeiung einer weltweiten Errichtung des "buddhistischen Dharmas" (des Buddhismus) vorausgehen. Der Original-Text spricht davon, dass das "machtvolle, gnadenlose Idol der Barbaren, die dämonische Inkarnation" - d. h. der Islam – in „Mekka“ lebt. (Shri Kalachakra I. 154) Finden Sie nicht, dass in einer Zeit, in der religiöse Kriege und der Kampf gegen den Islam geradezu die Weltpolitik bestimmen, der im Kalachakra-Tantra anvisierte Krieg gegen den Islam den Kampf der Kulturen anheizt? In der Zeitschrift News vom 10. Okt. 2002 sagen Sie: „Der Islam will als Weltreligion gelten, setzt aber genauso wie das Christentum vor ein paar Hundert Jahren vornehmlich auf Aggression. Das hat mit Religion nichts zu tun, sondern bloß mit Macht. Und das war sicher nicht im Sinne des Propheten Mohammed. Religion darf nicht von Macht geleitet werden.“? Stellen Sie sich nicht mit einer solchen Aussage in die Tradition des im Kalachakra-Tantra prophezeiten Shambhala-Krieges? Weshalb verschweigen sie das aggressive Potential, die buddhokratischen Machtvisionen und die Intoleranz in Ihrer eigenen lamaistischen Religion? Dies war sicher nicht im Sinne ihres Religionsgründers Buddha Shakyamuni. Religion darf nicht von Macht geleitet werden. Weshalb befehlen Sie, als Friedensfürst, einer vorbuddhistische Dämonin, Palden Lhamo mit Namen, die ihrem eigenen Sohn die Haut abgezogen hat und diesen als Sattel für ihr Maultier benutzt, weil er sich weigerte, den buddhistischen Glauben anzunehmen? Glauben Sie, dass solche Schreckensbilder den Toleranzgedanken und die eigene Toleranz fördern können? Wieso wird Ihnen von einer traditionellen Glaubensrichtung des tibetischen Buddhismus wie den Dorje-Shugden-Schule, der Sie früher selber angehörten, höchste Intoleranz und die Verfolgung religiöser Minderheiten vorgeworfen?

3. Dalai Lama, weshalb wird im Kalachakra Tantra entgegen Ihren ständigen Bekenntnissen zur Demokratie die Institution eines Chakravartin (eines „Weltenherrschers“) beschworen, der einen globalen buddhistischen „Gottesstaat“ (eine „Buddhokratie“) errichten soll?

Das Kalachakra-Tantra beinhaltet die buddhokratische Staatslehre vom Chakravartin, einem „Weltenherrscher“. „Am Ende der Zeiten wird der Chakravartin aus der Götterstadt oberhalb des Berges Kailash erscheinen. Er wird mit seiner eigenen Armee, die aus vier Dimensionen besteht, in einer Schlacht die Barbaren in allen Teilen des Erdkreises niederwerfen.“ – heißt es im Originaltext des Kalachakra-Tantra. (Shri Kalachakra I. 161) Ein „Chakravartin“ gilt nach indischer Tradition als absolutistischer „Priesterkönig“, als ein „Theokrat“, der die religiöse, politische, juridische und militärische Macht in Personalunion vereinigt. „Bürgerliche Gewaltenteilung“ und Demokratie sind in dieser aus dem 10. Jahrhundert stammenden „politischen Theologie“ und damit auch der Kalachakra-Vision etwas völlig Unbekanntes. Buddha Shakyamuni dagegen lehnte die „Weltherrschaft“ ab. Als er vor die Wahl gestellt wurde, ein „Chakravartin“ oder ein Buddha zu werden, entschied er sich explizit für den Weg des Buddha, d. h. den Weg eines "Erleuchteten" und lehnte den Weg des Chakravartin, des „Weltenherrschers“ strikt ab. Wieso führen Sie seit über dreißig Jahren weltweit, obgleich Sie sich nach außen hin zur Demokratie bekennen, das Kalachakra-Ritual durch, in dem eine globale Buddhokratie mit einem absolutistischen Regenten an der Spitze das angestrebte Gesellschaftsmodell für unseren Planeten darstellt? Weshalb unterstützen Sie mit einem Vorwort den buddhokratischen Weltentwurf des amerikanischen Tibetologen Robert A. Thurman in seinem Buch „Revolution von Innen“? Weshalb benutzen Sie als Grundlage für Ihre politischen Entscheidungen ein menschliches Staatsorakel (Nechung), das von einem mongolischen Kriegsgott (! Pehar) besessen ist und nicht die für jede Demokratie üblichen politischen Willenbildungsprozesse?

4. Dalai Lama, weshalb fordern entgegen Ihren weltweit geschätzten sozialethischen Beteuerungen die buddhistischen Tantra-Texte, insbesondere auch das Kalachakra-Tantra, von den Initianten die Durchführung „unmoralischer“ und „verbrecherischer“ Handlungen wie: töten, lügen, stehlen und die Ehe brechen?

In den geheimen acht höchsten Einweihungen des Kalachakra-Tantra soll der Initiant durch extreme mentale und physische „Übungen“ in einen Zustand „jenseits von Gut und Böse“ versetzt werden. Der Original-Text verlangt von ihm deswegen folgende „Untaten“ und „Verbrechen“: töten, lügen, stehlen, die Ehe brechen, Alkohol trinken. Selbst Sie legitimieren es, wenn ein Kalachakra-Adept - unter bestimmten Umständen - Menschen tötet, „die der [buddhistischen] Lehre Schaden zufügen“ oder „sich anschicken, abscheuliche und unheilvolle Handlungen zu begehen“. (Dalai Lama – dt. Kalachakra-Tantra – Berlin 2002, S. 365) Auch wenn Sie verlangen, dass die in vielen tantrischen Texten geforderten Tötungsakte – unter bestimmten Umständen – aus "Mitgefühl" geschehen sollten, widersprechen Sie damit dem im ursprünglichen Buddhismus fest verankerten strikten Tötungsverbot. In der tibetischen Geschichte haben die „Tötungen aus Mitgefühl“ als Legitimation zur Liquidierung politischer Gegner eine große Bedeutung gehabt und blutige Spuren hinterlassen. Ethisch verwerflich empfindet man auch im Westen den rituellen Verzehr von Menschenfleisch, wie er wörtlich im Kalachakra-Tantra vorgeschrieben ist.

5. Dalai Lama, weshalb werden entgegen Ihrer ständigen Beteuerungen, der tibetische Buddhismus sei zölibatär und frauenfreundlich, in den höheren Riten des Kalachakra-Tantra Frauen sexualmagisch und sexistisch benutzt, um spirituelle, weltliche und patriarchale Macht zu erlangen?

In den höchsten geheimen Einweihungen des Kalachakra-Tantra werden sexualmagische Riten durchgeführt, deren Ziel es ist, "Sexualität" in weltliche und spirituelle Macht zu transformieren. Nach den Originaltexten stellen die dabei benutzten Frauen bestimmte Energieformen dar, wobei das Alter eine wichtige Rolle spielt. Man beginnt mit 11-jährigen Mädchen. In der 8. bis 11. Einweihungsstufe des Kalachakra-Tantra wird nur mit "einer" Frau sexualmagisch experimentiert, in der 12. bis 15. Einweihungsstufe, dem sogenannten Ganachakra, nehmen neben dem Meister und dem Initianten insgesamt 10 Frauen an dem Ritual teil. Es ist die Pflicht des Schülers, seinem Lama die Frauen als "Geschenk" anzubieten. Frauen gelten im Kalachakra-Tantra als bloße "Energiespender" für den männlichen Praktikanten und spielen nach Beendigung des Rituals keine Rolle mehr. Wie vertragen sich solche Riten mit dem Menschenrecht, das die Gleichberechtigung beider Geschlechter garantiert und zu dem Sie sich mehrmals öffentlich bekannt haben? Die Geheimhaltung der Sexualmagie in den höheren Einweihungen des Kalachakra-Tantra hat zu wilden Spekulationen und Vermutungen geführt. Weshalb geben Sie hierüber die Diskussion nicht frei, sondern behaupten in der Öffentlichkeit, dass der tibetische Buddhismus eine zölibatäre Religion sei, die den Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau für Mönche grundsätzlich ablehne?

6. Dalai Lama, weshalb verbieten Sie, obgleich Sie immer wieder die Vorteile der „Dialoggesellschaft“ betonen, dass über die Geheimriten des Kalachakra-Tantra öffentlich diskutiert wird und drohen bei Zuwiderhandlung mit „Höllenstrafen“?

Dalai Lama, Sie selber schreiben, dass es den Eingeweihten in die höheren Stufen des Kalachakra-Tantra bei Höllenstrafen verboten ist, über die geheimen Inhalte des Rituals öffentlich zu sprechen. In diesem Zusammenhang drohen Sie in einem Kommentar des Kalachakra-Tantra einem Schüler: „Was ich dir auftrage, das musst du tun. Du sollst mich nicht gering schätzen, und falls Du es tust, wird die Zeit des Todes kommen, ohne dass die Angst von Dir weicht, und du wirst in eine Hölle stürzen.“ (Dalai Lama – dt. Kalachakra-Tantra – Berlin 2002, S. 251) Der historische Buddha hat dagegen gefordert, nichts zu glauben, sondern alles durch eigene Erfahrung und nach den Gesetzen der Vernunft zu überprüfen. (Anguttara Nikaya I, 174). Das ist eine Aussage, die Sie selber auch immer wieder machen. Weshalb verbieten Sie dann eine öffentlich geführte Debatte über die geheimen Tantras und die Geheimriten des Kalachakra-Tantra? Weshalb öffnen Sie nicht die Geheimriten und machen Sie publik und fördern damit ein System des Okkultismus?

7. Dalai Lama, weshalb haben Sie mit Leuten aus dem Milieu des religiösen Faschismus und Sektenterrorismus wie Bruno Beger, Jean Marquès-Rivière, Miguel Serrano, Shoko Asahara, die sich aus Inhalten des Shambhala-Mythos für ihre Visionen und Handlungen inspirieren ließen, so enge Kontakte gepflegt?

Sie haben mehrmals betont, dass sich die Grundsätze des Mahayana-Buddhismus besonders mit westlichen Demokratievorstellungen und dem Gebot der Menschenrechte decken würden. Dies gilt jedoch nicht – bei einer wörtlichen Interpretation – für zahlreiche Inhalte des tantrischen Buddhismus, der das Zentrum der tibetischen Religion darstellt. So ist es eine Tatsache, dass der im Kalachakra-Tantra integrierte Shambhala Mythos (Shambhala-Krieg) zu aggressiven Verhaltensweisen, megalomanischen Visionen und Verschwörungstheorien sowohl in der Geschichte asiatischer Völker als auch im religiösen Faschismus und Neofaschismus geführt hat. Schon im SS-Ahnenerbe, Heinrich Himmlers Ideologieschmiede, bestand ein Interesse an den Inhalten des Kalachakra-Tantra und der einflussreiche faschistische Kulturphilosoph Julius Evola sah im Mythenreich Shambhala das esoterische Zentrum einer sakralen Kriegerkaste. Diese Vision ist bis heute fest in der religiösen Ideenwelt des internationalen Rechtsextremismus verankert. Allein das macht es schon notwendig, sich klar und eindeutig von dem kriegerischen Shambhala-Mythos zu distanzieren und diesen als Textstelle zu verbieten. Im Gegensatz dazu haben Sie zu Leuten aus den faschistischen Milieus, wie dem ehemaligen SS-Mann Bruno Beger (wegen Beihilfe zum Mord in 86 Fällen verurteilt), den SS-Kollaborateur, bedeutenden Orientalisten und Tantra-Experten Jean Marquès-Rivière (in absentia wegen der Auslieferung von Juden und Freimaurern an die Gestapo in Frankreich zum Tode verurteilt), den Gründer des „esoterischen Hitlerismus“ und ehemaligen chilenischen Botschafter Miguel Serrano (Cheftheoretiker des SS-Mystizismus) und den japanischen Terroristen und Hitlerverehrer Shoko Asahara freundschaftliche Kontakte gepflegt. Da sich das Kalachakra-Tantra gegen alle Religionen, die einen semitischen Ursprung haben, richtet, kann es sehr leicht von rechtsradikalen, antisemitisch eingestellten Kreisen für ihre rassistische Propaganda in Dienst genommen werden und wurde schon in diesem Sinne benutzt.

8. Dalai Lama, weshalb gibt es von Ihnen keine präzise Exegese der problematischen Stellen des Kalachakra-Tantra-Textes, die sich unmissverständlich von den kriegerischen, intoleranten, sexistischen und buddhokratischen Aussagen des Tantras distanziert, beziehungsweise diese Stellen offiziell aus dem Originaltext streicht, bzw. ihre Verbreitung verbietet?

Bisher liegt von Ihrer Seite keine klare Exegese des Kalachakra-Tantras vor, die sich von dem Gewaltpotential des Textes distanziert. Auf die Frage, inwieweit eine Exegese alter Texte überhaupt möglich ist, geben Sie widersprüchliche Antworten. Auf der einen Seite sagen Sie: „Selbst die Worte des Buddha müssen einer kritischen Prüfung unterzogen werden. So sind einige seiner Aussagen nicht wörtlich zu verstehen und müssen anders interpretiert werden. Wir haben die Freiheit, bestimmte Aussagen nicht einfach zu akzeptieren, sondern wir müssen sie unter entsprechenden Bedingungen neu interpretieren.“ (Dalai Lama – „Augen der Weisheit“ – Freiburg 2002, 178) Dem widerspricht auf der anderen Seite konträr Ihre folgende Aussage: „Die Tantras und die Sutras sind die letzte Autorität, nicht wir. Wenn sich darin eine schriftliche Referenz befindet, besteht keine Notwendigkeit für uns, diese Dinge aufzukündigen und anzunehmen, der Buddha hätte in seinem Bewusstsein eine Analogie mit der westlichen Religion oder Wissenschaft gehabt.“ (in: The Berzin Archives – Kalachakra Teachings HHDL 2. htm) Wieso ist eine vollständige, korrekte und kommentierte Übersetzung des Kalachakra-Tantra bisher in einer westlichen Sprache nicht zugänglich gemacht worden, obgleich Sie schon Zehntausende von Westlern in dieses Ritual eingeweiht haben?




Bisher liegt von Ihrer Seite keine klare Exegese des Kalachakra-Tantras vor, die sich von dem Gewaltpotential des Textes distanziert. Auf die Frage, inwieweit eine Exegese alter Texte überhaupt möglich ist, geben Sie widersprüchliche Antworten. Auf der einen Seite sagen Sie: „Selbst die Worte des Buddha müssen einer kritischen Prüfung unterzogen werden. So sind einige seiner Aussagen nicht wörtlich zu verstehen und müssen anders interpretiert werden. Wir haben die Freiheit, bestimmte Aussagen nicht einfach zu akzeptieren, sondern wir müssen sie unter entsprechenden Bedingungen neu interpretieren.“ (Dalai Lama – „Augen der Weisheit“ – Freiburg 2002, 178) Dem widerspricht auf der anderen Seite konträr Ihre folgende Aussage: „Die Tantras und die Sutras sind die letzte Autorität, nicht wir. Wenn sich darin eine schriftliche Referenz befindet, besteht keine Notwendigkeit für uns, diese Dinge aufzukündigen und anzunehmen, der Buddha hätte in seinem Bewusstsein eine Analogie mit der westlichen Religion oder Wissenschaft gehabt.“ (in: The Berzin Archives – Kalachakra Teachings HHDL 2. htm) Wieso ist eine vollständige, korrekte und kommentierte Übersetzung des Kalachakra-Tantra bisher in einer westlichen Sprache nicht zugänglich gemacht worden, obgleich Sie schon Zehntausende von Westlern in dieses Ritual eingeweiht haben?

Abbildung: Schwein - Pandemie der Profitg(e)ier Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Menschen an der Malaria, die ganz einfach durch ein Moskitonetz geschützt werden könnten. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert. Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Mädchen und Jungen an Durchfallerkrankungen, die mit einer isotonischen Salzlösung im Wert von ca. 25 Cent behandelt werden könnten. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert. Die Masern, Lungenentzündungen und andere, mit relativ preiswerten Impfstoffen heilbare Krankheiten rufen jedes Jahr bei fast 10 Mio. Menschen den Tod hervor. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert. Aber als vor einigen Jahren die famose "Vogelgrippe" ausbrach, überfluteten uns die globalen Informationssysteme mit Nachrichten. Mengen an Tinte wurden verbraucht und beängstigende Alarmsignale ausgegeben. ine Epidemie, die gefährlichste von allen! Eine Pandemie! Die Rede von der schrecklichen Krankheit der Hühner ging um den Globus. Und trotz alledem, die Vogelgrippe hatte weltweit "nur" 250 Menschen zu beklagen. 250 Menschen in zehn Jahren, das ist ein Mittel von 25 Menschen pro Jahr. Die normale Grippe tötet jährlich weltweit ca. 500.000 Menschen. Eine halbe Million gegen 25 . Einen Moment mal. Warum wird ein solcher Rummel um die Vogelgrippe veranstaltet? Etwa weil es hinter diesen Hühnern einen "Hahn" gibt, einen Hahn mit gefährlichen Sporen. Der transnationale Pharmariese Roche hat von seinem famosen Tamiflu zig Millionen Dosen alleine in den asiatischen Ländern verkauft. Obgleich Tamiflu von zweifelhafter Wirksamkeit ist, hat die britische Regierung 14 Mio. Dosen zur Vorsorge für die Bevölkerung gekauft. Die Vogelgrippe hat Roche und Relenza, den beiden Herstellern der antiviralen Produkte milliardenschwere Gewinne eingespült. Zuerst mit den Hühnern, jetzt mit den Schweinen. Ja, jetzt beginnt die Hysterie um die Schweinegrippe. Und alle Nachrichtensender der Erde reden nur noch davon. Jetzt redet niemand mehr von der ökonomischen Krise, den sich wie Geschwüre ausbreitenden Kriegen oder den Gefolterten von Guantanamo. Und ich frage mich, wenn es hinter den Hühnern einen großen Hahn gab, ibt es hinter den Schweinen ein "großes Schwein"? Was sagt ein Verantwortlicher der Roche dazu: "Wir sind sehr besorgt um diese Epidemie, soviel Leid, darum, werden wir das wundervolle Tamiflu zum Verkauf anbieten." Und zu welchem Preis verkaufen sie das wunderbare Tamiflu? OK, wir haben es gesehen. 50 US $ das Päckchen. 50 US $ für dieses Schächtelchen Tabletten? Verstehen Sie doch, die Wunder werden teuer bezahlt. Das was ich verstehe ist, dass diese multinationalen Konzerne einen guten Gewinn mit dem Leid der Menschen machen . Die nordamerikanische Firma Gilead Sciences hält das Patent für Tamiflu. Der größte Aktionär dieser Firma ist niemand weniger als die verhängnisvolle Person, Donald Rumsfeld, der frühere Verteidigungsminister der US-Administration George W. Bushs, der Urheber des Irak-Krieges. Die Aktionäre von Roche und Relenza reiben sich die Hände, sie sind glücklich über die neuen Millionen-Gewinne mit dem zweifelhaften Tamiflu. Die wirkliche Pandemie ist die Gier, die enormen Gewinne dieser "Gesundheitssöldner". Wir sind nicht gegen die zu treffenden Vorbeugemaßnahmen der einzelnen Staaten. Aber wenn die Schweinegrippe eine so schreckliche Pandemie ist, wie sie von den Medien angekündigt wurde, wenn die Weltgesundheitsorganisation so besorgt ist, um diese Krankheit, warum wird sie dann nicht zum Weltgesundheitsproblem erklärt und die Herstellung von Generika erlaubt, um sie zu bekämpfen? Das Aufheben der Patente von Roche und Relenza und die kostenlose Verteilung von Generika in allen Ländern, die sie benötigen, besonders in den ärmeren, wäre die beste Lösung. Übermitteln Sie diese Nachricht nach allen Seiten, so wie es mit Impfstoffen gemacht wird, damit alle diese Seite der Realität dieser "Pandemie" erkennen. (Artikel aus der mexikanischen Tageszeitung "La Jorn")

Margot Käßmann trinkt, innerhalb der Fastenzeit,zu viel Alkohol, wird von dem Begleiter, der mit ihr im Auto saß, nicht daran gehindert Auto zu fahrenüberfährt eine rote Ampelund belügt den Polizisten der sie nach ihrer Alkoholeinnahme kontrolliert. Jeder versagt, natürlich auch eine Bischöfin, und selbst wenn ein Versagen mit anderem Versagen gekoppelt ist (zuviel Alkohol, rote Ampel, Lüge), ist Gnade angesagt. Margot Käßmann wird von den meisten milde bewertet, mit viel Verständnis für ihr Versagen und mit viel Bedauern um ihren Rücktritt. Was wäre aber, wenn jemand durch den Fahrstil von Käßmann verletzt oder getötet worden wäre? Sähe diese Bewertung dann genau so milde aus?Gebet ist angesagt für Käßmann, für uns andere Versager und für die Unfall-Opfer von unverantwortlichen Menschen

Sind Preußlers "Kleine Hexe" und "Krabat" vom Teufel?
Intro_kibu_hexe_g.jpgZigtausende von Kindern mussten oder müssen sich immer noch in Schule und Kindergarten damit befassen: Michael Endes Bücher "Momo" und "Die unendliche Geschichte" oder Ottfried Preußlers Bücher "Die kleine Hexe" oder "Das kleine Gespenst". Jetzt wurde Preußlers finsterer Roman "Krabat" über schwarze und weiße Magie verfilmt und läuft in den Kinos. Wenn christliche Eltern dagegen protestieren, weil sie nicht möchten, dass sich ihre Kinder mit diesen Werken beschäftigen, werden sie von Schule und Gesellschaft belächelt, gar verspottet. Viele Spötter können sich nicht vorstellen, dass tatsächlich Okkultes hinter solchen Romanen stecken kann. Doch das sehen gerade die Schriftsteller völlig anders!

So gab der mittlerweile verstorbene Schriftsteller Michael Ende 1986 in einem Interview mit Ulrich Skambraks zu, dass er seine beiden Bestseller mithilfe eines Geistes geschrieben habe. Außerdem legte er dar, mit dem Okkulten sehr vertraut zu sein. Nun hat auch der 85-jährige Ottfried Preußler diesen okkulten Hintergrund eingestanden. In einem aktuellen Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin FOCUS (29.09.08) sagte Preußler auf die Frage "In Ihrer Familie hat Magie immer eine große Rolle gespielt.": "Ja, eine meiner Großmütter hatte das sogenannte Zweite Gesicht, und unter meinen Vorfahren in Böhmen hat es zwei Zauberer gegeben. Ich bin ja fest davon überzeugt, dass es eine schwarze Magie gibt, mit der man Menschen schadet, und auf der anderen Seite die weiße Magie. Das ist ein uralter Begriff, der schon in der Kabbala auftaucht. Auch für die weiße Magie muss man ein Bündnis mit dem Teufel eingehen, anders geht es nun mal nicht. Aber man bewirkt Gutes, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und ich glaube (lacht verschmitzt), ein bisschen Weißmagier bin ich schon. Das sage ich übrigens ohneKoketterie." Nimmt man das ernst, was Preußler sagte, so ist er ein Bündnis mit dem Teufel eingegangen. Dass man mit diesem irgendetwas Gutes bewirken kann, ist aus christlicher Sicht völlig absurd. Eine Warnung vor Preußlers Büchern ist deshalb nicht "albern", sondern zeugt von Kenntnis der Materie und Verantwortung gegenüber schutzlosenKinderseelen. Was ist Magie eigentlich? Magie ist der (Aber-)Glaube, sich durch bestimmte Formeln, geheimnisvolle Handlungen und Rituale übernatürliche Mächte und Kräfte dienstbar machen und mit ihnen irdische Ereignisse beeinflussen zu können. Im Unterschied zur schwarzen Magie (schädigender Einfluss, Schadenszauber, Verfluchung), in der der leibhaftige Teufel beschworen wird, behauptet man in der sogenannten weißen Magie, "gute Geister" oder gar "Gott" anzurufen und Gutes zu tun (Heilung, Erfolg, Glück in der Liebe etc.). In Wahrheit wird aber bei der "weißen Magie" Gott nicht wirklich als personales Gegenüber ernst genommen und geehrt, sondern das, was man für "Gott" hält, wird zur Befriedigung der eigenen Macht- und Wissensgelüste missbraucht. Während der Christ betet "Vater unser ... Dein Wille geschehe!", spricht der Magier "Mein Wille geschehe" - und die dazu angerufene Macht (selbst wenn er sie "Gott" nennt) muss ihm dienstbar sein. Dieser Pseudogott der Magier und Zauberer, der Spiritisten und Schamanen und vieler anderer ist eine unpersönliche Kraft oder Energie, die - je nach religiösem und weltanschaulichem System - auch als Lebenskraft, Od, Prana, Chi, Kundalini, Shakti, Orgon, Bioenergie, Gaia, Allgeist, Akasha und ähnliches bezeichnet wird. Die Namen wechseln, die Erscheinung bleibt die gleiche. Diese Kraft fließt nach biblisch-theologischer Sicht aus der Welt des satanischen "Lichtengels" (2. Korinther 11,14), um Menschen durch falsche Zeichen und Wunder zu blenden und von der wahren Quelle des Lebens - dem lebendigen Gott der Bibel - fernzuhalten. Nur durch Übereignung des Lebens an Jesus Christus kann Befreiung aus dem Reich der Finsterniserfolgen. Ulrich Skambraks, Verleger und Journalist (TOPIC), und Dr. Lothar Gassmann, Sekten- und Weltanschauungsbeauftragter der Arbeitsgemeinschaft für Religiöse Fragen (A.R.F.)

Sex mit Kindern?
Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen, verweist mit Recht auf die sexuellen Machenschaften einiger kirchlicher Würdenträger hin. Auch wenn mache der Taten schon Jahre her sind, werden sie dadurch nicht weniger schlimm. Er sollte nur nicht ganz so dicke Backern macher, denn 1988 schrieb Volker Beck in einem rechtspolitischen Beitrag:

„Eine Entkriminalisierung der Pädosexualität (sexuelle Handlungen mit bzw. zwischen Kindern) ist angesichts des jetzigen Zustandes ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich, nicht zuletzt weil sie im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen aufrechterhalten wird. … Vorgeschlagen wird hier als langfristiges Ziel…, die ‚Schutz’-Altersgrenze zu überdenken und eine Strafabsehensklausel einzuführen.“ (S.266)

„Allein eine Mobilisierung der Schwulenbewegung für die rechtlich gesehen im Gegensatz zur Pädosexualität völlig unproblematische Gleichstellung von Homo- und Heterosexualität … und für die Rechte der Homosexuellen wird das Zementieren eines sexualrepressiven Klimas verhindern können – eine Voraussetzung, um eines Tages den Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität aufnehmen zu können.“ (S.268)

Aus: Der pädosexuelle Komplex, hgg. Von Angelo Leopardi.
Mit Beiträgen von Volker Beck u.a. Berlin, Frankfurt 1988.

Wenn ich richtig informiert bin, hat Beck seine damalige Haltung geändert.
Wenn ich richtig informiert bin, haben auch etliche Geistliche ihre Straftaten mittlerweile bekannt und bereut....